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Fonds ArtikelEin Fonds ist ein Sammelbecken für Gelder zu dem Zweck eines Investments (Investmentfonds).
Unterschieden werden offene Fonds und geschlossene Fonds.
Arten offener Fonds:
Publikumsfonds und Spezialfonds
Spezialfonds werden für und in dem Auftrag von institutionellen Anlegern aufgelegt. Per Gesetz sind dies Fonds, in denen nicht mehr als 30 Anleger investiert haben. In der Regel machen Spezialfonds mit einem Vermögen von weniger als 10 bis 15 Mio. Euro keinen wirtschaftlichen Sinn.
Publikumsfonds sind Fonds, deren Anteilsscheine von jedem erworben werden können.
Bei Publikumsfonds werden die folgenden Arten unterschieden:
Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds, Geldmarktfonds, Dachfonds, Mischfonds, AS-Fonds, Garantiefonds, Indexfonds, Laufzeitfonds und seit Anfang 2004 in Deutschland zu dem öffentlichen Vertrieb zugelassen: Hedgedachfonds (offizielle Nennung: Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken)
Das Vermögen eines Fonds ist in Anteile gestückelt, das heißt abhängig von der Höhe eines Investments erhält der Investor beim Kauf eine bestimmte Menge an Fondsanteilen. Die Anteilsberechnung erfolgt teilweise bis zur vierten Stelle hinter dem Komma. Es können also Bruchstücke erworben werden. Der Preis der Anteile richtet sich nachdem aktuellen Wert des Vermögens eines Fonds. Bei offenen Fonds wird dieser Anteilswert börsentäglich ermittelt und veröffentlicht.
Im Zusammenhang mit Geld- und Kapitalanlagen wird zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden.
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Geschlossene Fonds werden zur Finanzierung von definierten, in der Regel größeren Investitionsprojekte (beispielsweise eine oder mehrere Immobilien (siehe geschlossene Immobilienfonds) aufgelegt.
Bei den geschlossenen Fonds kann in der Regel ca. während eines bestimmten Zeitraums (Platzierungs- beziehungsweise Emissionszeitraum) investiert werden, danach wird der Fonds geschlossen. Der Fonds wird dann zu einem zu Beginn festgelegten Zeitpunkt wieder aufgelöst und die Anteile an die Inhaber ausgezahlt.
Ein geschlossener Fonds ist ein Beteiligungsgeschäft, das heißt der Käufer wird Anteilseigner und Miteigentümer einer Gesellschaft. Dies kann erhebliche steuerliche Auswirkungen haben und birgt die entsprechenden Vorteile aber auch Risiken einer echten Beteiligung.
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Neben beZieligten Gewinnen der Gesellschaft, werden geschlossene Fonds als Steuersparmodelle eingesetzt.
Üblicherweise werden geschlossene Fonds mit, in der Anfangsphase, kalkulierten hohen Verlusten der Gesellschaft aufgelegt, um dem Investor steuerliche Vorteile zu bringen. Wer einen sehr hohen Steuersatz hat, kann mit geschlossenen Fonds, den Moment der Versteuerung wunderbar auf das Rentenalter verschieben, wenn der persönliche Steuersatz vermutlich niedriger sein wird. Es handelt sich eigentlich nicht um Steuerspar-, sondern richtigerweise um Steuerverschiebemodelle.
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In der Gesamtlaufzeit wird zwingend ein Gewinn nötig, da die steuerlichen Vorteile der Startphase sonst nachträglich verloren gehen können. Denn unterstellt das Finanzamt dem Fonds eine fehlenden GewinnerzielungsZiel, werden die erhaltenen Steuervorteile nachträglich verloren. Ein nicht unerheblicher Anteil, gerade von geschlossenen Immobilienfonds in Ostdeutschland, erweist sich so als erheblicher Bumerang für die Anleger.
Viele geschlossene Fonds haben eine Nachschusspflicht. Das heißt, der Anleger muss, wenn bereits klar ist, dass der Fonds wirtschaftlich nicht tragfähig ist, niemals Gewinne erwirtschaften wird und der Anleger seine Steuervorteile nachträglich verliert, zusätzliches Geld investieren. Also gutes Geld, schlechtem hinterherwerfen. Es soll vorgekommen sein, das bei der Beratung vergessen wurde, auf solche Möglichkeiten hinzuweisen.
Ein Verkauf von Anteilen ist vor der Auflösung des Fonds ca. möglich, wenn man selbst einen Käufer hierfür findet. Der Preis orientiert sich dann an Angebot und Nachfrage. Bisher hat sich kein funktionierender Zweitmarkt für diese Anteile gebildet, da in der Regel ca. wirtschaftlich nicht tragfähige Anteile angeboten werden.
Vielfach werden geschlossene Fonds über Kredite finanziert. Mögliche steuerliche Vorteile werden so gegebenenfalls vergrößert. Neben den üblichen 15 bis 17 % Verkaufsprovisionen auf geschlossene Fonds, könnte aber auch die zusätzliche Abschlussprovision für die Kreditvermittlung eine Rolle spielen. Bei diesen Zahlen wird auch verständlich, warum viele Anleger über eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds verfügen, die eigentlich gar kein steuerliches Problem hatten. An offenen Fonds kann der Vertrieb halt erheblich weniger verdienen, als an geschlossenen Fonds, Lebensversicherungen oder Bausparverträgen.
Gängige Investitionsgüter für geschlossene Fonds sind neben Immobilien beispielsweise auch Schiffe (Containerschiffe, Tanker und andere) (Schiffsfonds , Tonnagesteuer), Anlagen zur Produktion regenerativer Energien (zum Beispiel Windkraft) und Filme (Medienfonds ). Windkraft- und Biogasfonds werden wegen Ihrer Anlagenschwerpunkte auch alternative Anlagen genannt.
Da der Markt der geschlossenen Fonds außer der Prospekthaftung keiner staatlichen Kontrolle unterliegt, spricht man hier auch vom grauen Kapitalmarkt.
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Ein offener Fonds ist ein Wertpapier, welches börsentäglich gehandelt werden kann. Offene Fonds können von jedem erworben werden, sie unterliegen der staatlichen Genehmigung und Aufsicht durch das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland. Die Genehmigungsverfahren für Fonds sind mittlerweile EU-weit vereinheitlicht, so dass ausländische Fonds mit einer Genehmigung durch eine ausländische, der BAFin gleiche Behörde, ebenfalls in Deutschland vertrieben werden dürfen. Ein offener Fonds ist ein Sondervermögen und benötigt eine Depotbank , die für die Verwahrung der Fondsanteile verantwortlich ist und eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG), die für das Management des Fonds zuständig ist. Aus der staatlichen Kontrolle lassen sich keine Aussagen zur wirtschaftlichen Qualität der einzelnen Fonds ableiten. Die Aufsicht stellt ca. Sicher, dass sich an die Spielregeln, also Gesetze gehalten wird.
Bei offenen Fonds kann der Anleger jederzeit ein- oder aussteigen, die Fondsgesellschaft ist verpflichtet, Anteile zu dem gültigen Tageskurs (Rücknahmepreis) zurück zu nehmen. Die Rücknahmepreise werden börsentäglich ermittelt und veröffentlicht. Diese Kurse findet man in verschiedensten Medien, beispielsweise den größeren Tageszeitungen, Videotext und in dem Internet unter Investmentfonds.
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Vorteile und Abwicklung eines Fonds | |
Im Gegensatz zu dem Kauf einzelner Wertpapiere, wie zu dem Beispiel Aktien oder Anleihen bietet ein Fonds den Vorteil einer breiteren Risikostreuung und der ständigen Beobachtung durch ein professionelles Fondsmanagment unter staatlicher Aufsicht. Nachteil: In dem Gegensatz zu dem Direktinvestment ist ein Fonds naturgemäß wesentlich intransparenter. Der Anlageerfolg hängt wesentlich von der Qualität des Fondsmanagements ab. So kann zu dem Beispiel die Entscheidung des Anlegers zu einem bestimmten Zeitpunkt in Aktien zu investieren goldrichtig sein - wenn dann der Fondsmanager aber die falschen Papiere auswählt, tritt eventuell trotzdem der erwartete Erfolg nicht ein.
Fonds ermöglichen Anlegern mit kleinen finanziellen Mitteln am Produktivkapital teilzuhaben. Mit vergleichsweise kleinen Einmalanlagen und Sparsummen können sich Anleger risikogestreut an mehreren Wertpapieren beteiligen und diese professionell verwalten lassen.
Sparpläne in Fonds sind meistens bereits ab 50 Euro monatlicher Sparrate möglich und sind ein besonders flexibles Instrument zur Altersvorsorge und Vermögensaufbau.
Vertriebswege von Fonds:
a) Bankenvertrieb - über den Bankschalter oder Direktbank
b) unabhängige Vermittler, mit und ohne Beratung beispielsweise auch über Internet
c) Direktkauf bei einer Investmentgesellschaft
Unabhängige Berater haben häufig den Vorteil, fast alle Fonds verschiedenster Anbieter vermitteln zu können. In dem Bankenvertrieb kann es vorkommen, dass die Produkte des eigenen Hauses bevorzugt werden. Und diese müssen nicht stets die besseren sein...
Fondsanteile können in Bankdepots oder in dem Direktkonto von Investmentgesellschaften gelagert werden. Direktkonten sind in der Regel günstiger, da immerhin bei den meisten nichtdeutschen Gesellschaften keine zusätzlichen Depotgebühren fällig werden.
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Offene Fonds müssen einmal jährlich einen Rechenschaftsbericht erstellen und halbjährlich einen Halbjahresbericht. Zu jedem Fonds muss ein Verkaufsprospekt vorliegen, der über die Anlagegrundsätze und Kosten informiert.
Der aktuelle Rechenschaftsbericht, der Verkaufsprospekt und der Halbjahresbericht (wenn der Rechenschaftsbericht älter ist als acht Monate) müssen einem Käufer zur Einsicht in geeigneter Weise angeboten werden. Der Käufer ist vor einem Investment umfassend über die damit verbundenen Risiken aufzuklären. Ca. Finanzdienstleistungsinstitute und Banken müssen ein Gesprächsprotokoll anfertigen. Die meisten Protokolle von Banken gleichen in der Regel Freifahrtscheinen, daher ist die Verwendung eines geeigneten eigenen (!) Protokolls bei jedem Beratungsgespräch dringend anzuraten. Die Unterschrift eines nichtverwandten Zeugen hat bisher auch nicht geschadet.
Zum Schutz des Kunden hat das Kapitalanlagegesetz bisher vorgeschrieben, dass ein Fonds nicht mehr als 5 Prozent seines Fondsvermögens in einen einzelnen Wertpapiertitel investieren darf. Und vom einzelnen Titel dürfen nicht mehr als 10 Prozent erworben werden. Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht die Einhaltung der durch den Gesetzgeber erlassenen einschlägigen Gesetze.
Bisher waren Beteiligungen von Fonds an anderen Fonds ca. sehr eingschränkt möglich und unterlagen strengen Regeln. Es ist stark zu bedauern, dass mit Einführung so genannter SuperOGAWs EU-weit diese Schranken fallen und undurchschaubare Überkreuzbeteiligungen von Fonds ermöglicht werden. Waren Kostenstrukturen bei Dachfonds bereits häufig intransparent, werden diese bei den zukünftigen Verschachtelungen nicht mehr nachvollziehbar. Danke Frau Künast, "gute" Arbeit... wurde das Kapitalanlagegesetz doch geschaffen um Entwicklungen, wie sie in der IOS passierten, doch zu vermeiden.
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Kosten eines üblichen Fonds | |
Neben den Investmentrichtlinien sind in dem Fondsprospekt auch die Kosten beziehungsweise Gebühren, die ein Fonds verlangen darf, definiert. Zu den wichtigsten Kosten gehören: das Agio (Aufgeld, Ausgabeaufschlag). Dies ist jener Prozentsatz, den der Investor bezahlt, um in den Fonds einzusteigen. In der Regel sind dies zwischen 0 und 6 %, das heißt wer Fondsanteile in dem Wert von 100 Euro erwirbt, bezahlt dafür zu dem Beispiel 105,-- €. Aktienfonds sind in der Regel etwas teurer als andere Fonds. In dem Schnitt liegen die Ausgabeaufschläge bei 5 Prozent bei Aktienfonds und Immobilienfonds und bei 3 Prozent bei Rentenfonds. Der Ausgabeaufschlag dient in der Regel zur Deckung der Vertriebskosten und wird üblicherweise an den Vermittler via Provision durch die KAG gezahlt.
Zu den Kosten gehören auch jährliche Managementgebühren, die täglich aus dem Fonds entnommen werden: Dies ist ein Prozentsatz des Vermögensstandes zu dem Berechnungsstichtag (in der Regel zwischen 0,2 und 7 %), der der Investmentgesellschaft als Vergütung für ihre Verwaltungsarbeit zusteht. Bei bestimmten Fonds (Fonds ohne Ausgabeaufschlag, Trading-Fonds) wird zwar kein Ausgabeaufschlag erhoben, dafür sind die Verwaltungsgebühren normalerweise erheblich höher, so dass sich ab einer gewissen Haltedauer der Anteile, der Kauf mit Ausgabeaufschlag besser gerechnet hätte. Der Ausgabeaufschlag wird schließlich ca. bei Kauf erhoben und nicht jährlich, wie die Verwaltungsgebühr, die sich zudem am (hoffentlich steigenden) Inventarwert des Fonds orientiert.
Einige Fonds verlangen Erfolgsvergütungen, teils auf absoluter (Beteiligung am Gewinn) oder relativer (Beteiligung am Übertreffen einer bestimmten Benchmark) Bemessungsgrundlage.
Bei der Entscheidung für ein konkretes Investmentprodukt ist daher stets zu beachten, dass die Performancezahlen, die eine Fondsgesellschaft veröffentlicht, brutto zu verstehen sind. Haben Sie beispielsweise 3 Prozent Agio bezahlt und einen Fonds mit 1 Prozent Managementgebühren, ist ein "Gewinn" von 4 %, den der Fonds nach einem Jahr ausweist, de facto (fast) völlig durch die Kosten des Fonds in dem ersten Jahr ausgeglichen.
Zu den Kosten eines Investments gehören außerdem jene Kosten, die manche Depotbank verlangt (Depotführungsgebühr), die in dem Durchschnitt zwischen 30 und 40 Euro pro Jahr betragen kann.
Innerhalb von Fonds gibt es eine Menge versteckter Kosten, die in dem laufenden Betrieb aus dem Fonds entnommen werden, zu dem Beispiel häufig Druckkosten für Berichte und vieles mehr.
Je nach Depotbank kommen schließlich ab und zu noch Handelskosten dazu (Provision, Spesen , Maklergebühren ) - jene Kosten, mit denen der Fonds beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers durch die Gebühren des Händlers (Bank oder Makler) belastet wird.
Letztlich kommt es auf das Ergebnis nach Kosten an, ob ein bestimmter Fonds ein gutes Ergebnis in dem Vergleich zu seiner Benchmark geliefert hat. Dies gelingt ca. den wenigsten Fonds beständig. Bei über 6 Tausend zu dem Vertrieb zugelassenen Fonds in Deutschland, werden die meisten Anleger ca. mit Hilfe ausgiebiger Recherche oder Beratung durch einen hauptberuflichen Fachmann, den für ihre Anlagezwecke geeigneten Fonds finden können.
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Hedgefonds sind in Deutschland als Singlehedgefund nicht zu dem öffentlichen Vertrieb zugelassen. Daher handelt es sich auch nicht um offene Fonds. Meistens werden Zertifikate auf Genusscheine unter dem Deckmantel einer Hedgefondsbezeichnung angeboten. So handelt es sich beispielsweise beim Quadriga Hedgefonds um einen österreichischen Genusschein einer Firma mit 5 Tausend USD Stammkapital auf einer Insel in Übersee, die mit einem Computersystem Handel über eine eigene Firma in Kanada abwickelt.
Singlehedgefonds dürfen zur Zeit nicht ohne weiteres angeboten werden. Diese Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie Derivate wie Optionen und Futures nutzen können. Sie sind als Beimischung für eine umfassende Diversifikation der Kapitalanlage ca. in einem sehr großen Depot interessant. Sie sind entweder für das Hedging notwendig oder als spekulative Beimischung zur Erzielung einer Überrendite. Wie überall gilt: höherer Ertrag ist ca. über höhere Risiken möglich. Die zugelassene Variante solcher Fonds: Hedgedachfonds werden vom Gesetzgeber sogar extra als Sondervermögen mit höheren Risiken genannt. Dies hat seine Gründe.
Siehe auch:
Durchschnittskosten-Effekt
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